Münchener Anwaltverein

Spezial: Familienrecht

Seit 2007 gibt es für Fälle, in denen sich getrennte Eltern nicht darüber einigen können, wo ihr Kind lebt und von wem es wann betreut wird, das Münchner Modell.

Das Verfahren ist besonders schnell und die Richter und Anwälte arbeiten eng mit dem Jugendamt und den Beratungsstellen zusammen.

Der 1. Gerichtstermin findet innerhalb von vier Wochen statt, nachdem ein Elternteil einen Antrag auf Umgang oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht gestellt hat. Die Anwälte halten sich im Münchner Modell im Schriftverkehr zurück, um den Streit nicht zu verschlimmern.

Das Jugendamt oder eine Beratungsstelle sind beim Gerichtstermin dabei und vermitteln. Alle bemühen sich gemeinsam um eine Lösung, weil Streit den Kindern schadet. Meistens einigen sich die Eltern, manchmal allerdings erst, nachdem sie zusammen in Beratung oder Mediation waren. Gerichtsentscheidungen sind im Münchner Modell also die Ausnahme.

Es gibt Fälle, in denen ein Elternteil oder das Kind gefährdet ist, z.B. weil es in der Familie Gewalt gegeben hat. Für diese Fälle gibt es im Münchner Modell besondere Regeln, z.B. dass die Eltern zu getrennten Terminen kommen und sich bei getrennten Stellen beraten lassen. Voraussetzung ist, dass der Anwalt dies bei Gericht beantragt.

Rechtsanwältin Dr. Susan Schäder, München
www.familien-und-erbrecht.eu