Kulturprogramm
Herbst/Winter 2020

  • "Transcending Fear" - Dokumentarfilm über den chinesischen Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng


    Filmempfehlung zum "Internationalen Tag des verfolgten Anwalts". Dieser bewegende Dokumentarfilm wurde bereits Anfang 2019 im Rahmen unseres Kulturprogramms im Justizpalast München vorgestellt. Nun ist er im englischen Original kostenfrei auf vimeo zu sehen → https://vimeo.com/400300749.

  • ENTFÄLLT: Kunst und Kapitalverbrechen. Veit Stoß, Tilman Riemenschneider und der Münnerstädter Altar

    Donnerstag, 04. Februar 2021, um 18.30 Uhr
    Bayerisches Nationalmuseum (Maximal 8 Teilnehmer)
    Führung mit Dr. Angelika Grepmair-Müller

    1503 fälschte der Nürnberger Bildhauer Veit Stoß einen Schuldschein. Die kriminelle Tat wurde aufgedeckt, der Künstler eingekerkert und  gebrandmarkt. Er verlor Ehre wie öffentliches Ansehen und floh aus Furcht vor noch härterer Bestrafung nach Münnerstadt am Rand der  Rhön. Dort bemalte er die Flügel des 1490/92 vom Würzburger Bildschnitzer Tilman Riemenschneider für die Stadtpfarrkirche geschaffenen  Altarretabels. Farbenprächtig schildern diese Szenen die Legende des heiligen Kilian. Sie gelten als die einzigen Gemälde von Stoß. In der  gleichen Zeit schuf er eine Reihe eindrucksvoller Kupferstiche. Wie die Malereien sind sie einzigartige künstlerische Zeugnisse der von der  kriminellen Verfehlung überschatteten Phase seines Lebens, in der Aufträge ausblieben.

    Veit Stoß zählt zu den bedeutendsten Meistern der süddeutschen Spätgotik. Mit den genannten Gemälden, sämtlichen seiner graphischen  Blätter, Arbeiten fränkischer Zeitgenossen sowie Objekten der Rechtsgeschichte und der Alltagskultur – vom Folterwerkzeug bis zum kostbaren Schmuck – erzählt die Ausstellung die spannende Geschichte des Münnerstädter Altars. Sie bietet den Genuss hochrangiger Kunst und lenkt den Blick auf den Zusammenhang von Verbrechen und künstlerischer Praxis. (Text: Bayerisches Nationalmuseum)

    › Alle Informationen im PDF
  • In Planung: Bertel Thorvaldsen

    Donnerstag, 11. März 2021, um 18.30 Uhr,
    Glyptothek, Königsplatz 3, 80333 München
    (Maximal 14 Teilnehmer)
    Führung mit Dr. Angelika Grepmair-Müller

    2020 wurde der 250. Geburtstag des berühmten dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen begangen. Der bayerische König Ludwig I. verehrte Thorvaldsen sehr. Die Sonderausstellung „Bertel Thorvaldsen und Ludwig I. Der dänische Bildhauer in bayerischem Auftrag“ geht der Beziehung zwischen Staatsmann und Künstler sowie ihren heute noch sichtbaren Spuren in München nach. Sie knüpft an die im Thorvaldsens Museum in Kopenhagen gezeigte Sonderausstellung „Face to Face. Thorvaldsen and Portraiture“ (8.3.–31.12.2020) an. Beide Ausstellungen finden 2020/21 im Rahmen des deutsch-dänischen kulturellen Freundschaftsjahres statt.

    In München liegt der Schwerpunkt auf der vielschichtigen Verbindung zwischen Thorvaldsen und Ludwig I. Mit dem Ort, der Glyptothek, ist Thorvaldsen auf mehreren Ebenen verbunden. Noch als Kronprinz hat ihm Ludwig die Restaurierung der Ägineten (1816-18) übertragen. Diese früh-griechischen Giebelfiguren vom Aphaiatempel auf der Insel Ägina sind der größte Schatz des Museums. Ihre Restaurierung war ein neuartiges Unterfangen, für das Ludwig mit Thorvaldsen den besten Bildhauer seiner Zeit gewinnen konnte. Die Sonderausstellung zeichnet in mehreren Stationen die Biografie des dänischen Künstlers nach. Sie hebt dessen Verbindungen zu München und speziell zum Kronprinzen und späteren König Ludwig I. als Bewunderer und Auftraggeber hervor.